Die Front des KGM Actyon ist muskulös gezeichnet.
Einst Ssangyong, jetzt KGM. Nicht nur der Name des Autos aus Südkorea hat sich geändert. Am Beispiel des SUV Actyon zeigt sich, dass die Marke an Frische gewonnen hat. Ergonomisch besteht allerdings noch Verbesserungsbedarf.
Fangen wir doch mal mit den positiven Eindrücken an. Wer vorne Platz nimmt, der kann die Sitze elektrisch in der Höhe, der Länge und in der Neigung der Lehnen passend einstellen. Zudem gibt es für den Sitz am Steuer eine Lendenwirbelstütze. Sitzheizung und -belüftung sorgen ebenso für Komfort wie das beheizbare sowie unten und oben abgeflachte Multifunktionslenkrad.
Weniger schön ist, dass die Auflagen der mit Leder bezogenen Sitze ein wenig kurz geraten sind und eine ordentliche Seitenführung an Sitzfläche und Lehne fehlt. Die Kopfstützen machen gleich in zweierlei Hinsicht einen guten Eindruck: sie ermöglichen durch ihre Form eine aufrechte Körperhaltung ohne den Kopf nach vorne zu schieben. Außerdem gibt es hinter der eigentlichen Kopfablage Ablageflächen für Tablets. Das ist gut durchdacht.
Die erhöhte Sitzpostion im SUV ermöglicht generell eine gute Rundumsicht. Lediglich die breit ausgeführten C-Säulen stehen dem Blick nach schräg hinten ein wenig im Weg. Dafür gibt es aber eine 360-Grad-Kamera. Optional und beim Testwagen verbaut gibt es Kameras an den Außenspiegeln, die den Abstand der Felgen zur Bordsteinkante auf den Bildschirm übertragen. Das hilft, Schäden zu vermeiden.
Verlockend klingt zunächst der angebotene Schlafmodus für den Rücksitz. Allerdings geht es dabei lediglich darum, die Lautsprecher hinten stumm zu schalten, wenn dort jemand ein Nickerchen machen möchte. Da sich die Rückenlehne in drei Neigungsgraden einstellen lässt, kann man sich in dem Fall wirklich ganz entspannt zurücklehnen.
Die reichlich vorhandene Bein- und Kopffreiheit im Fond tragen außerdem dazu bei, dass im KGM Actyon selbst groß gewachsene Personen bequem reisen können. Das Kofferraumvolumen von 668 Litern ist schon reichlich bemessen. Sind nur zwei Personen an Bord, steigt das Angebot bei vorgeklappten hinteren Lehnen auf bis zu 1.120 Liter. Maximal 500 Kilogramm dürfen bei einem Leergewicht von 1.580 Kilogramm zugeladen werden.
Aber zurück ins Passagierabteil. Bei Bedarf lässt sich der Beifahrersitz nahezu komplett umlegen, um eine Ruheposition zu finden. Das jedoch ist aus Sicherheitsgründen ausschließlich im Stand zu empfehlen. Bei einem Unfall ist sonst das Verletzungsrisiko extrem hoch, da sich der Sitz nicht automatisch aufrichten würde.
Der Armaturenträger ist mit zwei direkt aneinanderliegenden 12,3 Zoll großen Bildschirmen bestückt. Während die wichtigsten Fahr- und Systeminfos gut sichtbar vor dem Platz am Steuer angezeigt werden, ist der Touchscreen für Navigation, Infotainment, Klimaanlage und Einstellung für Sitzheizung und -belüftung zu nutzen. Leider sind die einzelnen Bedienfelder recht klein geraten und oftmals sind mehrere Schritte notwendig, um über Untermenüs die gewünschte Funktion zu erreichen. Doch der Actyon ist außer mit Tasten am Lenkrad auch mit einer Sprachsteuerung ausgerüstet, über die sich viele Dinge regeln lassen, ohne vom Straßenverkehr abgelenkt zu sein.
In dem ist der KGM Actyon mit einem 120 kW (163 PS) starken 1,5-Liter-Benziner und Frontantrieb unterwegs. Für ein SUV mit einer Länge von 4,74 Metern, einer Breite von 1,91 Metern ohne Außenspiegel und einer Höhe von 1,67 Metern hört sich das nicht nach einer Übermotorisierung an. Da das volle Drehmoment aber bereits bei 1.500 Umdrehungen pro Minute anliegt, ist durchaus ausreichend Vortrieb vorhanden. Sportliche Ambitionen jedoch sollten im Actyon auf ein Minimum reduziert werden.
Dann macht auch die Sechsgang-Automatik einen guten Eindruck, wechselt unaufgeregt die Fahrstufen. Anders wird’s beim starken Beschleunigen. Die Schaltvorgänge werden deutlich spürbar. Außerdem reagiert die Automatik oftmals sehr verzögert, sprich schaltet spät zurück. Das kann ebenso ziemlich nerven wie der unausweichliche Zwischenhalt im Leerlauf, wenn vom Vor- in den Rückwärtsgang gewechselt wird. Selbst bei verhaltener Fahrweise pendelt sich der Verbrauch um die neun Liter ein. Unter Volllast wird der Motor deutlich durstiger, benötigt mehr als elf Liter für seine Arbeit.
Fahrwerkstechnisch haben die Entwickler dem Komfort Vorrang gegeben. Federung und Dämpfung sind entsprechend abgestimmt. Das passt zum Charakter des Fahrzeugs. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn die Rückmeldung der Lenkung direkter wäre. Das würde flottere Kurvenfahrten erleichtern.
Optisch lässt der KGM Actyon Anleihen bei Range Rover erkennen. Der untere Bereich des Hecks zieht sich leicht nach oben und es gibt einen langen Überhang. Auf der Fronthaube haben die Designer direkt vor den A-Säulen Kunststoffelemente platziert, die wie Lufteinlässe wirken. Die Front des SUV haben die Gestalter kraftvoll und markant gezeichnet. Auffällig dabei der tief liegende Kühlergrill und die wellenförmige Form der LED-Tagfahrlichteinheiten sowie die schartenartig angesiedelten Scheinwerfer.
Ausgestattet ist der KGM Actyon serienmäßig mit einer Reihe von Assistenzsystemen und diversen Extras. Der im Verhältnis zu Mitbewerbern durchaus interessante Preis von etwas mehr als 42.000 Euro kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch reichlich Verbesserungspotential vorhanden ist. Und das nicht nur mit Blick auf die Ergonomie.
Grundsolide gut Einfach, praktisch, gut – drei Dinge, die der 2029 erstmals vorgestellte und jetzt…
Komfortable 800-Volt-Limousine Volvo schickt mit dem ES90 das erste Modell der Marke mit 800-Volt-Technologie ins…
Das Glühwürmchen kommt Nio bringt in Kürze auch in Deutschland die Einstiegsmarke Firefly auf den…
Auch Suzuki stromert Jetzt steigt auch Suzuki ins Elektrogeschäft ein. Der eVitara ist der erste…
Die letzte ihrer Art In diesem Jahr endet die Produktion der aktuellen Alpine 110. Grund…
Benzin-Bruder für den Stromer Mercedes hat das CLA-Angebot um eine Hybrid-Version ergänzt. Die fährt sich…