Fiat Grande Panda

Auf der Retro-Welle

Fiat ist mit dem Grande Panda zurück im Segment, in dem zuvor Uno und Punto vertreten waren. Angeboten wird das City-SUV sowohl mit reinem elektrischen Antrieb als auch als Hybrid-Version.

Von Wolfgang Schäffer

Multi-Energie-Plattform heißt die technische Stellantis-Basis, die mehrere Antriebsmöglichkeiten erlaubt. Profitiert davon haben bereits Opel und Citroen, die wie Alfa Romeo, DS, Jeep und Peugeot seit einiger Zeit ebenfalls unter dem Konzerndach beheimatet sind. Und jetzt also Fiat mit dem 3,99 Meter langen, 2.02 Meter breiten und 1,57 Meter hohen Grande Panda, der einen Radstand von 2,54 Metern aufweist und wie andere Hersteller die Retro-Welle reitet.

Antriebsbatterie mit 44 kWh

Die E-Version wird von einem 80 kW (109 PS) starken Elektromotor über die Vorderräder angetrieben. Eine Leistung, die nicht nur für den Stadtverkehr, sondern auch bei der Fahrt über Land allemal ausreichend ist. Fahrwerkstechnisch haben die Entwickler dem Komfort Vorrang gegeben. Das passt gut zu einem Fahrzeug, das vor allem für den Einsatz im urbanen und stadtnahen Bereich gedacht ist. Und so ist auch die Größe der Antriebsbatterie entsprechend ausgelegt. Die 44 kWh sollen laut Hersteller eine Reichweite von 320 Kilometern nach der WLTP-Norm ermöglichen. In der Realität werden es dann – je nach Fahrweise und Außentemperaturen – eher 250 Kilometer sein. Den Verbrauch gibt Fiat mit 16,8 kWh für die 100 Kilometer Distanz an.

Gleichstromladen mit bis zu 100 kW

Geladen werden kann mit Gleichstrom mit bis zu 100 kW. Dann dauert es 26 Minuten bis der Akku von zehn auf 80 Prozent mit neuer Energie versorgt ist. Das AC-Laden erfolgt mit einem Elf-kW-Onboard-Lader in knapp drei Stunden. Die Ladebuchse liegt auf der Fahrerseite hinten.

Integriertes Spiralkabel eher überflüssig

Als Option bietet Fiat ein Spiralkabel an, das unter der Fronthaube seinen Platz hat und nach vorne herausgezogen werden kann. Eigentlich eine tolle Idee. Doch leider können über dieses Kabel maximal lediglich sieben kW übertragen werden. In Deutschland sind es sogar nur 3,7 kW, da das Lademodul den Strom einphasig aufnimmt. Somit müssen um die zwölf Stunden fürs Laden eingeplant werden. Damit lohnt sich der Aufpreis für die integrierte Lösung nicht.

In Details angelehnt an den Ur-Pana

Außen wie innen will Fiat mit dem Grande Panda, der als Weltauto in 60 Ländern angeboten werden soll, an den Ursprungs-Panda erinnern. Das gelingt zumindest in einigen Details wie beispielsweise dem geprägten Panda-Schriftzug in den Türen. Das hatte damals der 4×4-Panda. Und auf der Heckklappe taucht wie beim Ur-Panda der Name Fiat eingelassen auf. Beim Licht aber setzt Fiat mit Pixel-LED auf moderne Technik.

Gutes Platzangebot für vier Passagiere

Innen ist für vier Passagiere reichlich Platz vorhanden. Das gilt auch für die Rückbank. Bein- und Kopffreiheit sind bestens für eine Auto dieser Klasse. Die Sitze sind ordentlich gepolstert und geben guten Halt. Der Armaturenträger ist übersichtlich und alle Elemente sind gut zu erreichen. In einem Teil haben die Designer Bambusfasern verarbeitet. Das Zehn-Zoll-Display hinter dem Lenkrad und der mittig angesiedelte 10,25-Zoll-Monitor erinnern mit der ovalen Einfassung an die Teststrecke auf dem Dach von Lingotto – inklusive eines stilisierten Mini-Panda in der Armaturen-Einfassung, der gerade durch die Steilkurve fährt.

Laderaum leider nicht nutzerfreundlich

Der Kofferraum bietet zwar 361 Liter und kann bis auf 1.315 Liter erweitert werden, wenn die hinteren Lehnen im Verhältnis 60:40 vorgeklappt sind. Doch zum einen gilt es hinten eine ziemlich mächtige Stufe zu überwinden. Auf der anderen Seite tut sich nach dem Vorklappen der Lehnen eine weitere Stufe auf. Das ist nicht allzu nutzerfreundlich. Der Preis für den elektrisch angetriebenen Grande Panda startet bei 24.990 Euro.

Auch eine Hybrid-Variante im Angebot

Deutlich günstiger in der Anschaffung ist die Hybrid-Version, die bereits ab 18.990 Euro zu haben ist. Allerdings bietet diese Variante einiges an Ausstattung weniger, hat beispielsweise in der Basis lediglich Halogenlicht. Angetrieben wird das Modell von einem 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 74 kW (101 PS), der von einem 21 kW (29 PS) starken E-Motor unterstützt wird. Die Energie für die E-Maschine kommt aus einer 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie. Übertragen wird die Kraft über ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Vorderräder. Das Platzangebot für die Passagiere unterscheidet sich nicht von der E-Variante. Anders ist es beim Kofferraumvolumen.Dass kann von 412 auf bis zu 1.366 Liter erweitert werden.

Einstiegsbenziner und 4×4-Version angekündigt

Schon jetzt steht fest, dass es später einen Benziner mit Handschaltung als Einstiegsversion und eine 4×4-Variante für den Grande Panda geben wird. Doch schon bis dahin sind die Ziele von Fiat hochgesteckt. An drei Standorten sollen jährlich 300.000 Einheiten des Grande Panda E und Hybrid gebaut werden. 20.000 davon sollen in Deutschland verkauft werden.

 

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