Honda Prelude

Auferweckt

Honda hat den Prelude wieder zum Leben erweckt. Wir haben das zweitürige Coupé, Schwestermodell des Civic, unter die Lupe genommen.

Von Wolfgang Schäffer

Keine Frage, der Prelude ist für den Fuhrpark nicht unbedingt erste Wahl. Doch der eine oder andere User-Chooser könnte doch gefallen an dem Coupé finden. Die inzwischen sechste Generation des Prelude kommt ein Vierteljahrhundert nach dem Vorgänger auf den Markt. Mit dem hat das aktuelle Modell deshalb auch nicht mehr allzuviel gemein Geblieben sind die Coupéform, der eingeschränkte Platz im Fond und die zwei Türen.

Vollhybrid mit 143 PS

Auf dem neuesten Stand jedoch sind Design, Innenraumgestaltung und Antriebssystem. Bleiben wir doch gleich bei letzterem. Das e:HEV-Vollhybridsystem ist eine Kombination aus einem 105 kW (143 PS) starken Zweiliter-Benzinmotor sowie zwei E-Maschinen imd dazu erstmals zusätzlich mit einem S+ Shift-System ausgestattet. Das simuliert auf Knopfdruck in der Mittelkonsole auch beim rein elektrischen Fahren einen kernigen Sound und sogar das Gefühl von Gangwechseln, obwohl es weder ein Schalt- noch ein CVT-Getriebe gibt. Im Sportmodus sind sogar Zwischengas-Stöße zu hören.

Überwiegend elektrisch unterwegs

Der eigentliche Antrieb erfolgt überwiegend elektrisch. Dafür wird die Lithium-Ionen-Batterie durch die vom Verbrenner erzeugte Elektrizität sowie die Nutzung der beim Bremsen zurückgewonnenen Energie geladen. Eine über Schaltwippen am Lenkrad einstellbare regenerative Bremsfunktion hat sieben Stufen, um die Verzögerung individuell anzusteuern. Sogar der sogenannte Ein-Pedal-Betrieb ist möglich.

Die E-Maschine arbeitet als Generator, die andere ist für den Antrieb verantwortlich und leistet 135 kW (184 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 315 Newtonmetern. Die stehen vom Start weg zur Verfügung und ermöglichen eine Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in 8,2 Sekunden.

Generator versorgt den Antriebsmotor

Das i-MMD-System (intelligent Multi Mode Drive) bietet drei unterschiedliche Modi. Außer dem rein elektrischen EV-Antrieb gibt es den Hybridmodus, bei dem der Generator den Antriebsmotor direkt versorgt. Beim reinen Motorantrieb ist der Verbrenner über eine Überbrückungskupplung direkt mit den Rädern verbunden ist. Da das System für jede Fahrsituation den effizientesten Fahrmodus wählt, kommt der Verbrenner nur äußerst selten zum Einsatz. So sind die besten Beschleunigungswerte in den Bereichen zu finden, in denen sich das satte Drehmoment der E-Maschine auswirkt.

Fahrwerk auf Sport getrimmt

Das bestens abgestimmte und vom Civic Typ R übernommene Fahrwerk ist für einetemporeiche Kurvenhatz ausgezeichnet abgestimmt. Die direkt reagierende und beste Rückmeldung gebende Lenkung trägt zusätzlich zum agilen Fahrvergnügen bei. Wer häufig so unterwegs ist, wird den Normverbrauch von 5,2 Litern nicht erreichen. Doch bei etwas zurückhaltendem Gasfuß steht maximal eine Sechs vor dem Verbrauchskomma. Vor allem in der Stadt spielt der Antrieb seine Stärken hinsichtlich des Verbrauchs aus.

Alles auf den Platz am Steuer ausgerichtet

Die sportliche Ausrichtung des Prelude hat Honda auf den mit wertigen Materialien ausgerüsteten Innenraum übertragen. So ist der Platz am Steuer mit einem anders konstruierten Sitz ausgestattet als der auf der Beifahrerseite. Es gibt aufgrund stärker ausgearbeiteten Wangen an Sitz und Lehne mehr Seitenhalt für Frau oder Mann am Lenkrad. Zudem ist die Polsterung etwas härter als auf dem Nebensitz. Der lässt sich anders als der Platz am Steuer auch nicht in der Höhe verstellen. Das Verschieben in der Länge erfolgt ebenso wie die Höhen- und Längsverstellung des Multifunktionslenkrads generell manuell. Grundsätzlich aber sind beide Sitze mit integrierten Kopfstützen sehr bequem.

Infotainmentsystem wirkt etwas altbacken

Über die digitale 10,2-Zoll-Instrumentenanzeige sind alle wichtigen Informationen gut abzulesen. Das in der Darstellung etwas altbacken wirkende Infotainmentsystem mit acht Bose-Lautsprechern und Navi kann über einen neun Zoll großen Touchscreen bedient werden. Serienmäßig vorhanden ist eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung. Smartphones lassen sich serienmäßig per Apple CarPlay (kabellos) und Android Auto in das Infotainmentsystem einbinden. Es gibt eine induktive Ladestation sowie USB- und USB-C-Anschlüsse. Zudem lassen sich Lautstärke und Klimaautomatik mit echten Drehknöpfen bedienen.

Im Fond ist es beengt

Im Fond des 4,53 Meter langen, 2,08 Meter breiten und 1,36 Meter hohen Prelude ist der Platz sehr eingeschränkt. Zwar gibt Honda vier Sitzplätze an. Doch hinten sind Bein- und Kopffreiheit schlichtweg kaum vorhanden. Dafür lässt sich der Kofferraum aufgrund der vorklappbaren hinteren Lehnen von 264 auf bis zu 760 Liter erweitern. Das Be- und Entladen erfolgt durch eine weit nach oben schenkende Hecklappe.

Heck erinnert an Porsche

Die weit nach unten gezogene Front trägt samt den serienmäßigen LED-Scheinwerfern, und den ausgeprägten Radhäuser mit 19-Zoll-Rädern zur sportlichen Optik bei. Beim Blick auf die Gestaltung des Hecks drängt sich unweigerlich ein Vergleich mit Porsche auf. Der wird beim Schriftzug des Markennamens Prelude zusätzlich noch betont. Hier ist die Ähnlichkeit mit Sportwagen aus Zuffenhausen noch deutlicher.

Gute Ausstattung – stattlicher Preis

Honda bietet den Prelude mit einer recht umfangreichen Serienausstattung – unter anderem auch Brembo-Bremsen mit blau lackierten Sätteln – zum Preis von netto 41.597 Euro an. Das Schwestermodell Civic e:HEV kostet in der Top-Version allerdings lediglich 34.790 Euro. Doch das Angebot an Coupés ist mehr als überschaubar. Für Fans dieser Fahrzeuggattung ist der Honda Prelude damit eine echte Alternative.

 

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