Wey03

Plug-in-Hybrid-Gigant

Mit einer rein elektrischen Reichweite von 139 Kilometern ist der GWM Wey 03 ein Gigant unter den Plug-in-Hybriden. Nicht der einzige Pluspunkt des SUV aus China.

Von Wolfgang Schäffer

4,67 Meter in der Länge, 1,89 Meter in der Breite (ohne Spiegel) und 1,73 Meter in der Höhe – damit ordnet sich das SUV des chinesischen Herstellers Great Wall in der Kompaktklasse ein. Doch optisch wirkt der Wey 03 mächtiger, als es die Maße tatsächlich sind. Dazu trägt vor allem die Front mit einem markanten und aufrecht stehenden Kühlergrill sowie den mächtigen Lufteinlässen unter den schmal geschnittenen LED-Scheinwerfern bei. An das leicht nach hinten abfallende Dach schließt sich ein Spoiler über dem relativ klein geratenden Heckfenster an. Die Sicht nach hinten durch den Innenspiegel ist dadurch nicht wirklich überragend.

Hohe Qualitätsanmutung im Innenraum

Im Innenraum überzeugt der Wey 03 mit einer hohen Qualitätsanmutung. Das gilt für die Materialien ebenso wie für die auf den ersten Blick gute Verarbeitung. Vor dem Fahrerplatz liegt eine 9,2 Zoll große digitale Instrumentenanzeige. Mittig angesiedelt ist auf dem Armaturenträger das Multimediadisplay mit 14,6 Zoll. Direkt darunter liegt ein weiterer Touchmonitor, über den die Klimaanlage sowie die Sitzheizung gesteuert werden können. Allerdings sind die Oberflächen der beiden letztgenannten Displays allzu berührungsempfindlich. Bei den ersten Testfahrten mit dem Wey 03 waren immer wieder mehrere Versuche notwendig, um Abrufe oder Veränderungen vorzunehmen.

Komfortable Sitze im Wey 03

Verändern lässt sich der Fahrersitz in der Basisausstattung zwar elektrisch, jedoch nicht beheizen oder belüften. Das ist erst ab der zweiten angebotenen Linie in Serie. Die Sitze bieten aber auf alle ein hohes Maß an Komfort. Bezogen mit Alcantara ist die Beinauflage ausreichend lang und sind die Rücklehnen sehr angenehm geformt. Das gilt ebenso für die beiden äußeren Plätze auf der Rückbank.

Im Fond gibt’s viel Platz

Die Passagiere im Fond haben reichlich Luft über dem Haupthaar und können auch die Beine noch relativ bequem unterbringen. Der Radstand von 2,75 Metern macht’s möglich. Da die hinteren Lehnen im Verhältnis 40:20:40 geteilt vorklappbar sind, lässt sich das Volumen des Ladeabteils variabel von 517 bis auf maximal 1.289 Liter verändern. Wenn der Platz nicht reicht, kann der Wey 03 als Zugmaschine genutzt werden. Zwei Tonnen gebremste Anhängelast sind erlaubt. Die Stützlast liegt bei ansehnlichen 100 Kilogramm.

Zwei Plug-in-Hybrid-Versionen

Für den Antrieb bietet der chinesische Hersteller zwei Versionen mit Plug-in-System an. Der Frontantrieb mit einem 120 kW (163 PS) E-Motor an der Vorderachse sowie einen Allradler, dem die Techniker dann noch eine E-Maschine mit einer Leistung von 135 kW (184 PS an der Hinterachse verpasst haben. Der Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner steuert 150 kW (204 PS) bei. Damit kommen die beiden Varianten auf eine Systemleistung von 270 kW (367 PS) beziehungsweise 325 kW (442 PS).

Tempo 230 in der Spitze

Damit geht es mehr als ordentlich voran. Die Beschleunigungswerte aus dem Stand auf Tempo 100 liegen bei 7,3 oder 5,3 Sekunden. In der Spitze sind 230 Kilometer pro Stunde machbar. Nicht schlecht, da der Wey 03 immerhin 2.175 Kilogramm mit Front- und 2,3 Tonnen mit Allradantrieb auf die Waage bringt. Die Kraftübertragung erfolgt bei beiden Versionen über ein Neungang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Fahrstufen können auf Wunsch auch über Schaltpedals am Lenkrad angewählt werden.

Mehr als 130 Kilometer rein elektrisch

Wie immer entscheidet vor allem der rechte Fuß über den Verbrauch. Wer viel auf Landstraße oder in der Stadt unterwegs ist, sollte mit der in der Lithium-Ionen-Batterie mit einer Netto-Kapazität von 28,9 kWh gespeicherten Energie weit kommen. Um die 25 kWh werden für die 100 Kilometer benötigt. Mit der entsprechenden Rekuperation und entsprechenden Witterungsverhältnissen sind dann die versprochenen 139 Kilometer rein elektrisch durchaus machbar. Wer es aber eilig hat und auf der Autobahn entsprechend zügig unterwegs ist, dem geht schnell der Strom aus und der Benziner muss gefüttert werden. Wir konnten das auf ersten Testkilometern nicht konkret ermitteln, gehen allerdings beim Fronttriebler von mindestens sieben bis acht Litern aus, wenn lediglich der Vierzylinder für Vortrieb sorgt.

Laden mit bis zu 50 kW

Geladen werden kann der Akku an einer Schnellladesäule mit bis zu 50 kW. Laut Great Wall dauert es 38 Minuten um die Batterie von Null auf 80 Prozent mit neuer Energie zu versorgen. An der Wallbox und dem Elf-kW-Onboardlader muss mit etwas mehr als drei Stunden gerechnet werden, um den Akku von Null auf dann 100 Prozent zu laden.

Unterschiedliche Fahrmodi

Fahrwerk und Lenkung sind SUV-typisch eher auf Komfort ausgelegt. Unterschiedliche Fahrmodi sind einstellbar – leider nur über das Touchdisplay. Das lenkt ab. Im Sportmodus strafft sich das komplette System. Federung und Dämpfung werden etwas härter, die Lenkung reagiert spürbar direkter.

Gute Basisausstattung

Schon in der Premium genannten Basisausstattung zum Preis von 47.900 Euro sind unter anderem ein Navigationssystem mit 3D-Kartenansicht, eine kabellose Smartphone-Einbindung per Apple CarPlay und Android Auto, ein Multifunktionslenkrad mit Schaltwippen, ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, eine mehrfarbige Ambientebeleuchtung, 19-Zoll-Leichtmetallräder, eine 360 Grad-Umgebungskamera, das Smart Key System mit automatischer Open-/Close-Funktion und eine Sprachsteuerung an Bord. Die allerdings versteht längst nicht alles, was Frau oder Mann am Steuer zu sagen hat. Auch sämtliche Fahrassistenz- und Sicherheitssysteme sind bereits werksseitig verbaut.

Luxury-Version mit Allradantrieb kostet 55.900 Euro

Die Luxury-Variante mit Allradantrieb steht mit 55.900 Euro in der Preisliste. Wirklich günstig ist das trotz der augenscheinlich hohen Qualität der Materialien, der umfangreichen Ausstattung und der großen elektrischen Reichweite nicht. Zudem tritt der GWM Wey 03 gegen eine Konkurrenz an, die mit beispielsweise VW Tiguan oder auch Skoda Kodiaq ganz aktuell die Plug-in-Hybride ebenfalls aufgerüstet hat. Elektrische Reichweiten von 100 Kilometern sollen mit denen erreichbar sein.

 

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