Honda Jazz e:HEV

Hybrid gibt den Takt vor

Von Wolfgang Schäffer

Sparsamer, ergonomischer, optisch deutlich verändert, dazu das bereits beim Vorgänger hochgelobte variable Platzangebot – die neue Generation des Honda Jazz, erstmals in zwei Karosserieversionen zu haben, hat einen enormen Schritt in die Moderne getan.

Taktgeber für den neuen Jazz e:HEV, der auch als etwas robuster gestylter Crosstar angeboten wird, ist ausschließlich ein Hybridsystem. Dabei hat der japanische Hersteller einen 98 PS starken 1,5-Liter Benziner mit zwei Elektromotoren kombiniert. Eine der E-Maschinen leistet 109 PS, die andere fungiert lediglich als Generator. In diesem Zusammenspiel fährt der Kleinwagen in der Stadt überwiegend elektrisch. Unterwegs auf der Landstraße bleibt aufgrund sehr leiser Arbeitsgeräusche das Gefühl, das Auto sauge die Kraft für den Vortrieb weiterhin aus der Lithium-Ionen-Batterie. Fast ist es auch so. Schließlich wirkt der Verbrenner in den meisten Fällen bei konstanter Drehzahl auf den Generator, der wiederum die Energie für den elektrischen Antriebsmotor erzeugt. Bei Volllast hingegen wird die Leistung des Benziners direkt auf die Vorderachse geleitet. Übertragen wird die Kraft über ein e-CVT-Getriebe. Die stufenlose Automatik ist besser als die bisherige CVT-Version. Doch wenn der Gasfuß das Pedal schlagartig durchdrückt, erzeugt der Motor weiterhin heulende Misstöne, ohne dass es im ersten Moment spürbar vorwärts geht. Für Manöver dieser Art ist der Jazz nicht gemacht. Das soll jedoch keineswegs heißen, dass sich der Kleinwagen nicht flott bewegen lässt. Immerhin schafft das Auto den Standardsprint auf Tempo 100 in 9,4 Sekunden, in der Spitze zeigt die Tachonadel 175 an. Der WLTP-Normverbrauch von 4,5 Litern ist selbst bei ruhiger Fahrweise nicht ganz erreichen. Doch bei gelassener Fahrt über Land und durch die Stadt überschreitet d die Fünf-Liter-Marke nur knapp überschritten.

Fahrwerkstechnisch ist der Jazz auf Komfort ausgelegt. Ramponierte Straßenabschnitte passiert der Kleinwagen somit recht souverän. Doch auch für zügig anvisierte Kurven sind Federung, Dämpfung und Lenkung gut vorbereitet.

Fahrer und Beifahrer sitzen derweil auf komplett neu entwickeltem Gestühl. Eine hochwertigere Mattenstruktur und 30 Millimeter dickere Polster sorgen für mehr Sitzkomfort und eine bessere Unterstützung im Bereich der Lendenwirbel. Die modifizierte Position des Bremspedals ermöglicht eine natürlichere Fußhaltung. Der Verstellbereich des Lenkrads wurde optimiert. Selbst groß gewachsene Fahrer finden jetzt eine ergonomische Position am Steuer.

Im Fond ist alles fast so geblieben, wie es war. Große Änderungen waren auch nicht notwendig. Das Platzangebot ist für einen Kleinwagen wirklich enorm groß. Die wie Kinosessel hochklappbaren Sitze haben jetzt dickere Sitzpolster. Zudem wurden die bisher nahe an den Hüftpunkten liegende Scharniere verlagert. Das Kofferraumvolumen beträgt 304 Liter (Jazz Crosstar: 298 Liter) und lässt sich durch Umklappen der hinteren Lehnen auf 1.205 Liter (Jazz Crosstar: 1.199 Liter) bei dachhoher Beladung steigern.

Steigern konnten die Designer auch die Qualitätsanmutung im Innenraum. Die Materialien wirken wertiger, der schlanker gezeichnete Armaturenträger mit einer ohne separate Abdeckung integrierten Instrumenteneinheit (Sieben-Zoll-TFT) verstärkt diesen Eindruck. Der zentrale Neun-Zoll-Touchscreen – Standard in den Ausstattungslinien Elegance, Executive und Crosstar Executive lässt sich einfach bedienen und ablesen. Bewusst wurde der Bildschirm nicht plan in das Armaturenbrett eingelassen. Die kleine Kante an der Unterseite des Screens kann so beim Bedienen des Touchmonitors als stützende Auflage für den Daumen und damit die rechte Hand dienen. Sämtliche Funktionen und Regler sind leicht zugänglich und intuitiv bedienbar. Das die Ergonomen ein gewichtiges Wort bei der Gestaltung mitgesprochen haben zeigt zudem, dass Armauflage der Mittelkonsole und die Armlehnen in den Türen jetzt auf gleicher Höhe liegen. Angenehm sind und ein Plus an Sicherheit bieten die besonders schmal konzipierten A-Säulen. Das horizontale Sichtfeld vergrößert sich im Vergleich zum Vormodell von 69 auf 90 Grad.

Das alles trifft ebenso auf die zweite Karosserievariante, den Crosstar, zu. Ein markanter Kühlergrill, schwarze Verkleidungen an den Radhäusern, Seitenschweller, eine Dachreling sowie spezifische schwarz-silberne Leichtmetallfelgen verleihen dem neuen Modell optische Robustheit. Zudem bietet Honda für den Jazz Crosstar die exklusive Außenfarbe Surf Blue an – und die Option, das Dach in Schwarz auszuwählen.

Während der Crosstar lediglich in der höchsten Ausstattung Executive zu Preisen ab 26.250 Euro im Angebot ist, stehen für den herkömmlichen Jazz außer dem Executive die Versionen Comfort und Elegance zur Wahl. Der Einstiegspreis beträgt 22.000 Euro. Enthalten sind dann bereits unter anderem Kollisionswarner mit Bremseingriff und Fußgängererkennung, Spurhalteassistent, adaptive Temporegelung sowie Verkehrszeichenerkennung, LED-Scheinwerfer, Radio mit USB-Anschluss, Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung, Fernlichtassistent, Fensterheber vorne und hinten elektrisch verstellbar sowie eine Klimaautomatik.

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